Grüne: Hortbetreuung in Isernhagen weiterhin unzureichend

  • Veröffentlicht am: 23. Februar 2016 - 19:49
Dieses oder ein ähnliches Schreiben haben viele Eltern von Hort-Kindern in den vergangenen Wochen erhalten.

Grüner Antrag wartet auf Ausschussberatung

Viele Eltern, die ihre Kinder für eine Hortbetreuung im kommenden Schuljahr angemeldet haben, erhalten dieser Tage ein Schreiben von den Kindertagestagesstätten. Sie müssen nun nacharbeiten und Beschäftigungsnachweise ihrer Arbeitgeber vorlegen. Hintergrund: weil zu wenige Hortplätze in der Gemeinde vorhanden sind, müssen die Anmeldungen untereinander nach Dringlichkeit gewichtet werden.

Dass bei diesem Verfahren einige Kinder trotz vorhandenen Bedarfs keinen Hortplatz erhalten werden, ist bereits jetzt absehbar und sorgt bei den betroffenen Eltern für Unruhe. Nicht wenige empfinden die Situation als unzeitgemäß und als Eingriff in die persönliche Freiheit. Zumal es in der Regel Frauen trifft, die trotz hohen Bildungs- und Qualifikationsstandes beruflich zurückstehen müssen, um das unzureichende Betreuungsangebot aufzufangen.

Als nicht ausreichend hatten die Grünen die Kinderbetreuung in der Gemeinde bereits vor der letzten Kommunalwahl 2011 bezeichnet und unter anderem ein garantiertes Betreuungsangebot für Kinder vom ersten bis zum zwölften Lebensjahr gefordert. Dass das Problem trotz erkennbarer Anstrengungen der Gemeinde nicht kleiner geworden ist, haben auch die Rückmeldungen junger Eltern gegenüber den Isernhägener Grünen im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum Zukunftsprogramm gezeigt: flexiblere Betreuungszeiten, Ganztagsgrundschulen und mehr Krippen- und Hortplätze stehen ganz oben auf der Bedarfsliste der Eltern.

Auch wenn in den politischen Diskussionen nicht selten überholte Denkmuster und veraltete Rollenbilder zu erkennen sind, geht es den Grünen nicht um Schuldzuweisungen, sondern um den Anstoß zu einer gemeinsamen Lösungsfindung. Daher wollten die Grünen in einem Prüfauftrag an die Verwaltung bereits im vergangenen Sommer wissen, was eine Erweiterung der Horte oder Alternativen wie Ganztagsgrundschulen an Kosten und Aufwand für die Gemeinde bedeuten würden (Antrag als PDF: siehe unten).

Initiatorin des Antrags war die Vorsitzende des Ortsverbandes Carmen Merkel, zugleich Ratsmitglied und Vertreterin der Grünen im Sozial- und Familienausschuss. Sie wurde durch regelmäßige Gespräche mit Eltern immer darauf hingewiesen, dass die Hortbetreuung in Isernhagen derzeit organisatorisch und mancherorts auch räumlich eher provisorischen Charakter hat. Gemeinsam mit ihrer Partei möchte sie eine langfristige und verlässliche Betreuungsstruktur für Isernhagen aufbauen, die den Familien eine Planungssicherheit ermöglicht.

Planungssicherheit wünschen sich auch die Eltern derzeit noch jüngerer Kinder. Der hohe Zuzug junger Familien und ein erkennbar moderneres Familienbild in der Gesellschaft haben zu Wartelisten auch für Krippen- und Kindergartenplätze geführt und werden das Problem fehlender Hortbetreuung damit absehbar zusätzlich verschärfen. „Krippen- und Kindergartenkinder werden älter, auch in der Grundschule sollte eine Betreuung am Nachmittag gewährleistet sein“, hatte Carmen Merkel bereits im Oktober im Rat festgestellt.

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