Auf dem richtigen Weg

  • Veröffentlicht am: 27. Juni 2016 - 13:57
Luise Amtsberg zu Besuch in der Sprachlernklasse der Grundschule Altwarmbüchen

Ein Bericht zum Besuch von Luise Amtsberg in Isernhagen am 13. Juni 2016

von Carmen Merkel

„Wie kann ich Ihnen helfen?“ - „ Ich hätte gerne… zwei Bananen“. Heute steht Obst und Gemüse auf dem Stundenplan der Sprachlernklasse der Grundschule Altwarmbüchen. Anhand von gespielten Verkaufsgesprächen und im Dialog miteinander lernen die Kinder gemeinsam die Namen der verschiedenen Obst- und Gemüsesorten auf Deutsch kennen. Und das macht auch noch Spaß!

Im Rahmen eines Besuchs der flüchtlingspolitischen Sprecherin der Grünen, der Bundestagsabgeordneten Luise Amtsberg, hatte ich Gelegenheit, eine Unterrichtsstunde in der seit Anfang des Jahres bestehenden Sprachlernklasse zu verfolgen. 16 Kinder verschiedenen Alters und unterschiedlicher Herkunftsländer werden gemeinsam in die Geheimnisse der deutschen Sprache eingeführt. Dabei hat mich zum einen das große Engagement der erst kürzlich für diesen Bereich neu zum Kollegium der Schule hinzugekommenen jungen Lehrerin begeistert, zum anderen aber auch der große Eifer, mit dem die Jungen und Mädchen am Unterricht teilnehmen. Lernen sie doch alle erst seit Januar gemeinsam Deutsch, kommunizieren sie dennoch bereits untereinander in dieser Sprache. Beeindruckend war für mich auch, dass es gelungen ist, in dieser kurzen Zeit trotz der für alle fremden Sprache Verhaltensabsprachen und Klassenregeln (Aufräumen von Unterrichtsmaterial, Tafeldienst…) einzuführen.

Die Kinder werden in fast allen Stunden gemeinsam unterrichtet, lediglich in Fächern wie Sport oder Musik gehen sie in ihre Stammklassen. Die Teilnahme an der Sprachlernklasse ist auf ein Jahr ausgelegt. Dann sind sie im Allgemeinen auch so weit, am normalen Unterricht teilzunehmen.
Beim anschließenden Gespräch mit dem Schulleiter und der Lehrerin wurde deutlich, dass dieser hervorragende Ansatz leider noch einen Fehler hat: Eigentlich bräuchte man zwei Sprachlernklassen, denn zurzeit sind an der Grundschule ca. 30 ausländische Kinder mit keinen oder nur unzureichenden Deutschkenntnissen. Man behilft sich durch organisatorische Maßnahmen, um allen eine Chance zu geben. Der Antrag auf eine zweite Sprachlernklasse muss bei weiter steigenden Schülerzahlen sicherlich bald gestellt werden.
Positiv gestimmt bin ich aus dem Unterricht nach Hause gegangen mit der Überzeugung: Das ist genau der richtige Weg zur Integration!