Mehr Mobilität für Isernhagen

  • Veröffentlicht am: 9. Juli 2016 - 20:06
Das 'Grüne Fahrrad' hat mittlerweile Kultstatus in Isernhagen (B90/Gr Isernhagen)

Radfahren ist gesund, umweltfreundlich und modern – Grund genug, dafür zu sorgen, dass der Radverkehr auch in Isernhagen einen anderen Stellenwert bekommt. Nach verschiedenen Aktionen zum Thema Integration widmen sich die Grünen in den kommenden Wochen deshalb nun verstärkt dem Schwerpunkt Mobilität.

Bereits im Oktober 2014 hat der Gemeinderat auf Initiative der Grünen beschlossen, dass zukunftsorientierte Konzepte erarbeitet werden, die zu einer Förderung des Radverkehrs führen (siehe Beschlussvorlage 130/2014). Grundlage war auch eine durch die Ortsräte erarbeitete Mängelliste, die besonderen Handlungsbedarf an der Beschaffenheit der Radverkehrswege aufzeigte.

„Getan hat sich allerdings nur wenig“, sagt das Neuwarmbüchener Ortsratsmitglied Antje Schenke mit Blick auf ihre direkte Umgebung. Als beste Beispiele benennt die Lohnerin die Überführung über die Edder Richtung Kirchhorst und den Pfad der Menschenrechte Richtung Neuwarmbüchen. „Obwohl sie vielerorts offensichtlich sind, werden wir in den kommenden Wochen noch einmal verstärkt die Aufmerksamkeit auf diese Mängel lenken.“

Hierfür wollen die Grünen an Orten, an denen die Unversehrtheit von Material und Fahrer durch Baumängel als gefährdet eingeschätzt wird, für jeweils einige Tage ein besonders augenfälliges Fahrrad platzieren. Schenke sorgt dafür, dass diese Orte fotografiert und im Internet dokumentiert werden. Abschluss der Aktion bildet am 20. August eine Radtour entlang der dokumentierten Orte gemeinsam mit dem für den Wahlkreis zuständigen Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler.

Aus Sicht der Grünen besteht neben den baulichen Defiziten grundsätzlicher Nachholbedarf zum Radverkehr in Isernhagen - auch, da sich die sogenannten E-Bikes großer Beliebtheit insbesondere bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte erfreuen. Geschützte Fahrradabstellanlagen spielen daher in den Überlegungen ebenso eine Rolle, wie ein geschlossenes und verkehrssicheres Radwegenetz.

„Ich erachte insbesondere geschützte Verkehrsräume für Radfahrer als wichtig“, sagt in diesem Zusammenhang Ratsmitglied Hans-Jürgen Beck. „Nur durch Fahrradschutzstreifen und Aufstellungsflächen vor den Ampeln bekommt der Radfahrer ein Gefühl der Sicherheit im Straßenverkehr, an dem Autos und Fahrräder gleichberechtigt teilnehmen. Andere Kommunen sind uns da voraus.“

Hauptziel auch des wiederholt von den Grünen geforderten Radverkehrskonzeptes für Isernhagen ist es, die Attraktivität des Fahrrades zu steigern und es mittelfristig als alternatives Verkehrsmittel der ersten Wahl zu etablieren. Deshalb fordern sie einen Maßnahmenplan mit Kostenschätzung und eine darauf aufbauende Prioritätensetzung mit Zeitplanung.

„Auch die Verkehrsbelastung könnte an vielen Stellen unserer Gemeinde reduziert werden, wenn die Angebotsqualität von alternativen Verkehrsmitteln verbessert würde“, sagt der in H.B. wohnhafte Ortsverbandsvorsitzende Felix Schünemann, insbesondere mit Blick auf die hochfrequentierte Burgwedeler Straße in den Altdörfern.