Weniger ist mehr

  • Veröffentlicht am: 15. August 2016 - 7:29
Plakatieren mit Bedacht

Regelmäßig zeigen einschlägige Umfragen im Vorfeld zu Wahlen, dass sich nicht wenige Wählerinnen und Wähler durch die Vielzahl an Wahlplakaten gestört fühlen. Auch den Mitgliedern des Ortsverbandes von Bündnis 90 / Die Grünen sagte die verlässlich auftretende Beeinträchtigung des Isernhägener Ortsbildes durch eine übermäßige Plakatierung nicht sonderlich zu. Und ging jetzt in die Offensive.

Der grüne Ortsverband möchte eine überparteiliche Vereinbarung zur Plakatierung anlässlich der Kommunalwahl im September erreichen. In einem Schreiben von Anfang Juni an die anderen Parteien in Isernhagen begründet der Vorstand der Grünen diesen Vorschlag. Neben der Tatsache, dass Wahlplakate nur eine begrenzte Wirkung auf das Wahlverhalten haben, ist Zurückhaltung demnach auch aus ökonomischen und ökologischen Gründen sinnvoll.

„Uns ist bewusst, dass Wahlplakate natürlich auch eine Signalfunktion für die bevorstehende Wahl erfüllen. Einen vollständigen Verzicht auf Plakate halten auch wir daher ausdrücklich für nicht zweckmäßig“, so der Vorsitzende Felix Schünemann.

Vielmehr möchten die Grünen dazu aufrufen, eine gemeinsam abgestimmte Höchstzahl an Plakaten je Ortschaft nicht zu überschreiten. Hinsichtlich Art und Umfang einer Vereinbarung steht der Vorstand der Grünen gerne kurzfristig für ein Gespräch zur Verfügung.

Die Idee ist nicht ganz neu. In anderen Kommunen wurden Übereinkünfte ähnlicher Natur bereits in der Vergangenheit diskutiert und teilweise praktiziert. Und die Initiative für sparsameres Plakatieren ging dabei regelmäßig von unterschiedlichen Parteien aus.

„Wir haben bereits erste Antworten auf unseren Vorschlag erhalten. Und diese sind in der Tendenz durchaus positiv“, so die Vorsitzende Carmen Merkel. „Die grundsätzliche Bereitschaft zu einer Vereinbarung ist zu erkennen.“

Im konkreten Fall der Kommunalwahl im September wird allerdings entweder auf bereits ausgelöste Bestellungen verwiesen, oder aber die Teilnahme aller anderen Parteien als Grundvoraussetzung für die eigene Mitwirkung gemacht. Der Vorstand der Grünen sieht die kurzfristigen Erfolgsaussichten des Vorstoßes daher eher mit Zurückhaltung. Sollte eine Übereinkunft tatsächlich nicht mehr zustande kommen, soll das Thema jedoch nach den Wahlen erneut aufgegriffen werden, um eine von Wahlkämpfen losgelöste und damit möglichst sachorientierte Lösungsfindung zu ermöglichen.

Derweil werden die Grünen – ihrem eigenen Anspruch folgend – unabhängig von der politischen Konkurrenz bereits zur Kommunalwahl im September trotz gefüllter Wahlkampfkasse mit Zurückhaltung ans Plakatieren gehen.