Regionale Energieversorgung als Standortfaktor

  • Veröffentlicht am: 12. Mai 2016 - 11:45
Siegfried Lemke (links) mit Mitgliedern des Vorstands der BBgS

In einem Gespräch mit Volker Bajus, dem Energiepolitischen Sprecher B90/Die Grünen im Niedersächsischen Landtag, hat der Vorstand des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen gegen SuedLink (BBgS) seine Vorstellungen einer tatsächlichen Energiewende dargestellt. Das Gespräch fand statt auf Initiative von Siegfried Lemke als Vertreter des Umweltschutzvereins, Mitglied im Sprecherkreis des BBgS und Vordenker der Isernhägener Grünen in Sachen Energiepolitik.

Dass die Isernhägener Grünen der Stromtrasse Suedlink kritisch gegenüber stehen, haben sie in der Vergangenheit wiederholt deutlich gemacht. Mit einem eigenen Antrag auf einem grünen Landesparteitag haben sie bereits im Frühjahr 2015 für ein parteiinternes Umdenken geworben.

Wie andere Trassengegner auch, weisen die Isernhägener Grünen darauf hin, dass die ursprünglichen Ziele für eine echte klima- und umweltschonende Energiewende durch den Bau von Suedlink teilweise nicht mehr beachtet werden. Die derzeit geplanten Stromautobahnen quer durch Deutschland sind aus ihrer Sicht nicht erforderlich, zumal diese mit dem vorhandenen Netz nicht verbunden und auch nicht kompatibel sind. Für eine grüne Energiewende mit dezentralisierter Energieerzeugung aus Wind- Solar- und Bio-Energie braucht es stattdessen ein stabiles, funktionierendes Netz. Dafür muss das vorhandene Netz ggf. punktuell ergänzt werden. Vor allem aber braucht es Speicher, um Erzeugungs- und Verbrauchsspitzen abzufangen und Erzeugungslücken auszugleichen.

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer in der Einschätzung, dass der Fokus der Energiewende verstärkt auf den Auf- und Ausbau dezentraler und regionaler Strukturen sowie einer intelligenten Vernetzung des Verteilnetzes gerichtet werden muss. Die gezielte Förderung dezentraler Energiekonzepte beinhaltet ebenso einen gemeinsamen Energieentwicklungsplan für Strom und Gas, wie die Bereitschaft der beteiligten Verteilnetzbetreiber untereinander zu kooperieren.

Dass die Energiewende auch in der Kommunalpolitik eine relevante Größe ist, zeigen die entsprechenden Abschnitte im Programm der Grünen. Damit auch die Gemeinde Isernhagen ihren Anteil zur Energiewende beiträgt, bedarf es einer bedingungslosen Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien. Das ist nur möglich, wenn die Energiewerke Isernhagen (EWI) dieses Ziel mit voller Kraft unterstützen. Die EWI sollen daher nach Vorstellung der Grünen in Bürgerenergiewerke umgestaltet werden, d.h. eine Bürgerenergiegenossenschaft soll mit Hilfe der Rekommunalisierung der Energienetze eine kostengünstige, bürgerfreundliche und ökologische Energieversorgung mit regionaler Identität verwirklichen. Hiervon versprechen sich die Grünen auch eine Stärkung der regionalen Wirtschaftskreisläufe.

Nachhaltige Energiepolitik und Klimaschutz sind nicht zu unterschätzende Image- und Standortfaktoren für Kommunen“, sagte Siegfried Lemke nach dem Gespräch. „Wir wollen, dass auch in Isernhagen ein Umdenken in diese Richtung stattfindet.