„Geschichte gehört nicht ins Archiv, sondern mitten ins Leben – genau das ermöglicht ein Hörrundgang durch unsere Ortsteile“, sagt Dr. Annette Heuer, Co-Vorsitzende der Grünen Isernhagen. Mehrheitlich hat der Rat der Gemeinde Isernhagen am 12. März 2026 den Antrag der Gruppe Grüne/PARTEI beschlossen, einen historischen Hörrundgang einzurichten.
Hörstationen in allen Ortsteilen geplant
Beschlossen wurde ein frei zugänglicher Rundgang mit zunächst zwölf bis fünfzehn Stationen. Über QR-Codes soll der Abruf von Audio-Beiträgen möglich sein und ergänzend eine Webplattform eingerichtet werden, auf der die Inhalte dauerhaft verfügbar sind.
Ortsgeschichte wird so niedrigschwellig erlebbar, etwa wenn man beim Spaziergang durch die Ortsteile per Smartphone Geschichten zu alten Höfen, markanten Gebäuden oder besonderen Ereignissen hören kann, erläutert Dr. Heuer. Statt langer Texte stehen kurze, verständliche Beiträge im Mittelpunkt.
Schulen, Vereine & Ehrenamtliche einbinden
Bei der Umsetzung könnten auch lokale Institutionen wie das Nordhannoversche Bauernhaus-Museums sowie die Ortschronistinnen und Ortschronisten eingebunden werden. Ebenso sei eine Beteiligung der Schulen zum Beispiel durch Projektarbeiten mit Recherche, Interviews und eigene Audiobeiträge denkbar.
Verwaltung sieht Chancen – aber auch Herausforderungen
Die Gemeindeverwaltung bewertet das Projekt als grundsätzlich geeignet, die kulturelle Landschaft zu bereichern. Gleichzeitig wird auf den organisatorischen Aufwand (insbesondere bei der Koordination der Beteiligten) und die derzeit fehlenden personellen Kapazitäten verwiesen, vor allem im Kulturbereich.
Trotz der Einwände hat sich der Gemeinderat mehrheitlich für die Umsetzung des Hörrundgangs ausgesprochen und wir warten nun gespannt auf die Umsetzung, so Heuer. In anderen Kommunen sei das Angebot durchaus ein Erfolg.
Positive Beispiele aus der Region
Projekte in der Region – etwa in Wennigsen oder im Gehrdener Ortsteil Everloh – zeigen, dass Hörpfade erfolgreich umgesetzt werden können. Sie können als Orientierung für die Gestaltung und Umsetzung dienen.
Die Idee für den Hörrundgang geht auf Oliver Schlue (DIE PARTEI) zurück und wurde von der Gruppe Grüne/PARTEI gemeinsam als Antrag eingebracht.
„Wir danken Herrn Schlue für seine konstruktiven Ideen und Impulse, die in diesem Fall offensichtlich auch bei einer Mehrheit des Gemeinderats Unterstützung finden“, so Fabian Peters, Vorsitzender der Gruppe Grüne/PARTEI.
Umsetzung steht noch am Anfang
Mit dem Ratsbeschluss sei der Startschuss gefallen. Zuständigkeiten, Finanzierung und konkrete Ausgestaltung müssen nun geklärt werden.
Fest steht: Der Hörrundgang kann künftig ein neues Angebot schaffen, das Geschichte in Isernhagen hörbar macht – direkt vor der eigenen Haustür, so Dr. Annette Heuer.