Die Politik in Isernhagen und das gespaltene Verhältnis zum Radverkehr

Hier: der Antrag der Grünen im Rat auf Prüfung zur Errichtung eines Weges mit Unterquerung der A7 zur besseren Erreichbarkeit von AWB und dem Schulcampus aus Neuwarmbüchen, Lohne und Kirchhorst.

Da: Das unsachliche Abschmettern dieser Idee, unter anderem durch einen Gegenantrag, mit verletzenden Äußerungen gegenüber einem engagierten Kirchhorster Bürger und ADFC Mitglied, den diese Idee einfach nicht loslässt. Der Gegenantrag lehnt die geforderte Überprüfung der Machbarkeit von vornherein ab, wobei die persönlichen Einschätzungen des Kirchhorster Ortsbürgermeisters (SPD) die maßgebliche Grundlage bilden.

Zusätzlich versucht die SPD im x-ten Anlauf, eine Gleichstellung des Radverkehrs auf der K112 zu erreichen. Die Autos sollen hier an den Auf- und Abfahrten zur Autobahn nicht mehr Vorfahrt haben. Seit Jahren liegen die Grünen und der ADFC der Region mit dieser Forderung in den Ohren. Es hat diverse Ortstermine gegeben und man darf gespannt sein, wie die Planungen der Region im Zuge der Sanierung der Kreisstraßen am Ende aussehen.

Im Rat geht es also lediglich um einen von den Grünen gestellten Prüfantrag, der bereits im Vorfeld alle aufwühlt außer die potenziellen Nutzer*innen dieser Strecke, den ADFC und die Grünen. Alle schrecken auf. Warum?

Das Thema ist doch nicht neu. Ältere Ortspolitiker*innen wissen, dass bereits Ende der 70er Jahre im Rat Isernhagen erörtert wurde, ob es möglich sei, die bestehende Unterführung der A7 entlang der Edder auch für den Fuß- und Radverkehr nutzbar zu machen und auszubauen. Von Kirchhorst, Lohne, Neuwarmbüchen nach Altwarmbüchen und dem Schulcampus auf kurzem Wege.

Eine tolle Idee. Initiator*innen dieses Antrags waren damals nicht die Grünen und eine schnelle, sichere und kurze Verbindung zwischen den Ortschaften war der Beweggrund. Wie heute – von den Grünen! Die Umstände haben sich kaum geändert. Heute fährt man aber mehr mit dem Fahrrad. Warum die Machbarkeit eines solchen Radweges nicht früher überprüft wurde, kann man sich fragen. Eine solche Überprüfung der Machbarkeit heute noch abzulehnen, ist jedoch unverständlich!

Sehr schön ist doch, dass auch andere Parteien das Thema Naturschutz entdecken. Der Bereich entlang der Wietze, um den es hier auch geht, ist schon seit langem eine amtlich festgeschriebene Ausgleichs- und Ersatzfläche für den Ausbau der Autobahn. Die Anlage eines Gewässerrandstreifens an der Wietze bzw. die Umsetzung der Maßnahme wurde nie verwirklicht und in Bezug auf Naturschutz hat das all die Jahre auch niemanden interessiert. Wenn nun der Naturschutz bei anderen Parteien dafür herhalten muss, die Idee einer schnellen und sicheren Wegeverbindung zwischen den Ortsteilen abzulehnen und den Grünen die ökologische Gesinnung abzusprechen, hat das also auch etwas Gutes. Wir sind sicher, auf die anderen zählen zu können, wenn es dann darum gehen wird, mit Nachdruck die konsequente Umsetzung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme einzufordern.

Geht es um das Geld, das die Gemeinde in diesen Zeiten nicht im Überfluss hat? Wir wissen, dass die Region nicht nur die Kosten für Radverkehrskonzepte bezahlt, die dann vielleicht irgendwann oder auch nicht umgesetzt werden. Jetzt steigt noch zusätzlich der Bund ein und fordert den Radverkehr mit 657 Millionen großzügig. Da wurde im Sonderprogramm „Stadt und Land“ Geld freigegeben für Fahrbahnen, Brücken, Unterquerungen…

Antje Schenke, Vorstandsmitglied des OV B90/Die Grünen Isernhagen