Grüne befragen Ihren Kandidaten (2)

  • Veröffentlicht am: 19. Januar 2008 - 21:26

Thema: Schule und Integration

[b]Frage: Herr Horn, das Thema Schule und Integration liegt Ihnen besonders am Herzen. Weshalb?[/b]

Ich halte die Einführung einer neuen [u]gemeinschaftlichen Schule[/u] in Verbindung mit einer demokratischen Lernkultur für dringender denn je.

1.Das Scheitern unseres unflexiblen und statischen Schulsystems in unserer bunten und mobilen Gesellschaft von heute, belegen die internationalen PISA-Studien der letzten Jahre zur Genüge. Die Folge ist ein Schulsystem nach dem Prinzip: "Rette sich wer kann".Der jährliche Ansturm auf die Integrierten Gesamtschulen auch in Langenhagen spricht hier Bände. [box]Als Protest-Aktion gegen die Gesamtschulpolitik der Landesregierung lassen wir 111 Luftballons für abgewiesene Bewerber auch aus Isernhagen steigen![/box]

2. Eine Schulstruktur, die trotz zunehmender Migration und dem Zerfall der familiären Strukturen immer noch auf elterliche Nachbereitung am Nachmittag setzt, schlicht und einfach überholt.Die Erfahrungen im In- und Ausland haben gezeigt, daß viele unserer gesellschaftlichen Probleme durch die [u]generelle Einführung einer ganztägigen Beschulung[/u] gemildert werden können. Nur diese bietet erst den dringend erforderlichen Freiraum, der schließlich die eigene Sozial- und Fachkompetenz mit persönlicher Verantwortung verknüpft.

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Frage: Und warum setzen Sie sich dabei so stark für Integration ein?[/b]

Aus meiner eigenen internationalen Schulerfahrung kann ich Ihnen sagen: Die Mischung machts - die Mischung aus sozialer Kompetenzvermittlung, individueller Förderung und die grundlegende Erkenntnis, daß kulturübergreifendes Lernen vor allem Spaß macht. Bei uns werden kulturelle Kompetenzträger so gründlich aussortiert, bis wir keinerlei Kompetenzen für eine weltoffene Industriegesellschaft mehr besitzen. Führende Wissenschaftler bezeichnen unsere Migrationspolitik inzwischen als selbstmörderisch. Die bauchgesteuerte Vergeltungspolitik der Union spaltet unsere Gesellschaft in parallele Lebenswelten. Das ist der Nährboden für einen Krieg der Kulturen.Wenn ein Miteinander der Kulturen für viele kaum noch vorstellbar ist, dann wird Einwanderungsspolitik zur Schicksalsfrage der Nation.

[b]Frage: Wie begründen Sie Ihre Ansicht?[/b]

[h2]1. Nur pluralistische Gesellschaften sind in Europa noch zukunftsfähig.[/h2] Deutschland droht die zunehmende gesellschaftliche Altersstarre.Wir Inländer haben inzwischen vergessen uns fortzupflanzen. Die CDU sollte es doch wissen, daß selbst in der Bibel Kinderlosigkeit als größte gesellschaftliche Katastrophe gilt.Über 18% aller Menschen in Niedersachsen haben bereits einen Migrationshintergrund.Ohne diese Menschen wären schon heute viele Kommunen in Niedersachsen verödet.

[h2]2.Integration ist inzwischen eine bittere Notwendigkeit![/h2] Sie klappt aber nur wenn man sich versteht, sprachlich und kulturell. Nur die gleichberechtigte Teilhabe aller Zuwanderer an unserem gesellschaftlichen Leben schafft ein konfliktarmes Miteinander.Nur eine langjährige gemeinsame Beschulung aller Kinder ermöglicht neben der reinen Wissensvermittlung auch die nachhaltige Zusammenführung der Kulturen. Muttersprachlicher Unterricht und Rucksackmütter nach niederländischem Vorbild können da nur erste zaghafte Schritte sein.

[h2]3.Wir haben [u]nur eine Kultur[/u], nämlich die [u]freiheitlich demokratische Kultur[/u]![/h2] Gemeinsam erarbeitete Regeln des Miteinanders müssen auf der Basis unserer Grund- und Menschenrechte ausgehandelt werden.Deshalb brauchen wir dringend ein wirkungsvolles gesetzliches Steuerelelement für eine Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften.Deshalb muss die Vermittlung interkultureller Kompetenz in der Lehrerausbildung zur absoluten Pflicht werden.Deshalb müssen wir die Migrantenselbstorganisation stärken und gleichzeitig zu einem regelmäßigen und verbindlichen Dialog verpflichten.

[Die vollständige Argumentation -u.a. auch über Umweltpolitik- gibt es im Anhang)SL