Kinder und Jugend in Isernhagen – beste Betreuung und Angebotsvielfalt

Corona hat uns Eltern eines gelehrt: Einen KiTa-Platz zu haben ist unglaublich viel wert. Viele von uns jonglieren seit einem Jahr zwischen Home Office, Home Schooling, KiTaschließungen und -öffnungen. Einfach wieder Normalität zu haben, das Kind gut betreut zu wissen während man selbst arbeitet, ist auf einmal keine Selbstverständlichkeit mehr.

Unsere Bürgermeisterkandidatin, Gretha Burchard, macht sich für das Thema Kinderbetreuung schon seit langem stark. Ihr Motto „Für unsere Kinder die beste Betreuung“ ist klar und deutlich, ebenso ihre Vorstellung zur Angebotsvielfalt und Wahlfreiheit für Eltern, Jugendliche und Kinder.

Dr. Christof Litschko: Gretha, du willst dich in Isernhagen als Bürgermeisterin sehr für Kinder und Jugendliche einsetzen. Du hast selbst drei Kinder; kommt dein Interesse daher?

Dr. Gretha Burchard: Natürlich ist das ein wichtiger Grund, denn eins ist uns als Eltern klar – unsere Kinder sind das Wertvollste, das wir haben. Wenn wir unsere Kinder in die Betreuung geben, muss es die beste sein. So einfach ist das. Das zieht sich dann weiter durch: Wir wollen die beste Schulbildung für unsere Kinder, wir wollen das beste Freizeit- und Mobilitätsangebot für unsere Kinder und Jugendlichen. Dass unsere Gemeinde kinder- und jugendfreundlich wird, ist oberste Priorität für viele von uns Isernhagener*innen. Letztendlich ist dies aber nicht nur für Eltern und Kinder wichtig, sondern für uns alle als Gemeinde Isernhagen, denn wir investieren damit in unsere – und somit Isernhagens – Zukunft.

Christof: Verbesserungsbedarf in Isernhagen siehst du vor allem beim Thema Betreuung für Klein- und Schulkinder. Warum? Was läuft da deiner Meinung nicht rund?

Gretha: Es gibt viele sehr engagierte Erzieher*innen und Leitungen in Isernhagens KiTas. Die Gemeinde kann und muss allerdings einiges mehr tun als bisher, um sie zu unterstützen. Zuerst einmal brauchen wir nicht nur genug Plätze für alle Kinder (die wir seit Jahren nicht haben), sondern wir sollten eine durchschnittliche Auslastung der Plätze deutlich unter 100% anstreben. Es müssen also so viele Plätze geschaffen werden, dass die Gruppen in der Regel nicht alle komplett voll sind. So können auch unterjährig problemlos Kinder, z.B. neu nach Isernhagen gezogene, aufgenommen werden. Außerdem haben mehr Eltern die Chance, einen Platz in der KiTa zu bekommen, die sie auf Platz 1 ihrer Wunschliste gesetzt haben. Und natürlich verbessert sich so auch die Qualität der Betreuung, denn die Erzieher*innen haben durch den verbesserten Personalschlüssel mehr Zeit für jedes Kind.

Christof: Ein besserer Schlüssel – ist das nicht auch Thema des neuen „Gute-Kita“-Gesetzes, das im August in Kraft treten soll?

Gretha: Genau. Da hatten die verantwortlichen Politiker auf Landesebene und das Kultusministerium allerdings mehr versprochen, als sie nun eingehalten haben. Denn die vorher versprochene gesetzliche Verpflichtung, in jeder Kindergartengruppe eine dritte Kraft zu beschäftigen, ist nicht im Gesetzesentwurf enthalten. Das ist sehr schade. KiTa-Personal und KiTa-Leitungen beschweren sich schon seit langem darüber, dass sie bei 2 Erzieher*innen auf 25 Kinder kaum auf jedes einzelne Kind eingehen können. Sie hatten auf eine längst überfällige Verbesserung des KiTa-Gesetzes gehofft, leider umsonst. Auch deshalb ist es wichtig, dass wir auch auf kommunaler Ebene schauen, wie wir die Qualität verbessern können.

Christof: Welche Möglichkeiten zur Qualitätsverbesserung siehst du denn neben einem besseren Personalschlüssel noch?

Gretha: Was natürlich auch extrem wichtig für KiTa-Personal ist, ist ein motivierendes Arbeitsumfeld. Eine attraktivere Bezahlung ist absolut wünschenswert. Zusätzlich motivieren aber auch ein wertschätzendes, empathisches Arbeitsumfeld mit flachen Hierarchien und vollständiger Transparenz sowie Vorteile wie vergünstigte ÖPNV-Jahreskarten oder Fitnesscenter-Mitgliedschaften.

Christof: Da stimme ich dir absolut zu. Soziale Berufe müssen attraktiver werden.

Gretha: Ein weiteres Stichwort ist Trägervielfalt. Es gibt hier in Isernhagen schon jetzt unterschiedliche Träger, leider aber noch keine kleineren wie z.B. Elterninitiativen. Für solche Projekte muss eine Gemeinde ebenfalls offen sein, denn meist unterscheiden sich die pädagogischen Konzepte leicht von denen der großen Träger, z.B. durch einen Fokus auf Natur oder Musik oder, wie im Fall der gerade gegründeten Hausaufgabenbetreuung HB, auf die Erledigung der Hausaufgaben in einem unterstützenden, liebevollen Umfeld. Hierbei die Wahl zu haben, ist für Personal ebenso attraktiv wie für Eltern und Kinder.

Und das gleiche gilt für die Erzieher*innen. Möglichst große Vielfalt gibt uns Wahlfreiheit. Ein Wahlfreiheit, die für alle Menschen in Isernhagen zugänglich ist – unabhängig vom Einkommen. Und das tut allen gut.

Christof: Man merkt, du brennst für das Thema – und vor allem kennst du dich aus. Vielen Dank für dein Engagement und für dieses Interview.

 

Dr. Christof Litschko, Mitglied Bündnis 90/Die Grünen Isernhagen

Dr. Gretha Burchard, Bürgermeisterkandidatin und Vorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Isernhagen