Klärschlammverbrennung versus Klärschlammverschwelung/Pyrolyse? Wo liegt die Zukunft?

Die Verbrennung erzeugt Energie und setzt CO2 frei. Die Verschwelung erzeugt Energie und bindet dauerhaft CO2 in Form von Kohlenstoff und ist somit emmissionsnegativ und klimapositiv.

Der Klärschlamm ist immer da und muss weg. Im Klärschlamm sind viele erhaltenswerte Nährstoffe, die dem Kreislauf unbedingt wieder zugeführt werden müssen. Bei unserer Expertenrunde am 14.04.2021 hatten 150 Zuhörer*innen die Möglichkeit, sich diesem Thema aus unterschiedlichen Richtungen zu nähern. Dr. Gretha Burchard, Bürgermeisterkandidatin der Grünen in Isernhagen und Julia Stock Co-Vorsitzende der Regionsgrünen Hannover moderierten das Zukunftsgespräch „Wohin mit unserem Klärschlamm?“ in dem es zur Sache ging.

Natürlich ist es eine Möglichkeit, den Klärschlamm, wie in Hannover-Lahe geplant, einer
Monoverbrennung zuzuführen. Es würde dann nur Asche übrig bleiben die Phosphor enthält
der so nicht pflanzenverfügbar wäre. In aufwendigen Verfahren deren Wirtschaftlichkeit
fraglich ist, muss ab 2030 das Phosphat rückgewonnen werden.

Natürlich ist es schwierig, den Bau einer einmal geplanten und offensichtlich auch teil
genehmigten Anlage im Nachhinein zu stoppen.

Andererseits haben uns die Wissenschaftler*innen sehr deutlich gemacht, wie sich eine
Verbrennung auf den CO2 Ausstoß und die Umwelt auswirkt und wie wenig diese Art der
Klärschlammbehandlung in die heutige Zeit passt. Klärschlamm ist kein Abfall, Klärschlamm
darf dem Nährstoffkreislauf nicht entnommen werden.

„ Die Ressourcen aus der Schüssel sind der Schlüssel“, so die einhellige Meinung aller

Beteiligten.

Behandlung vor Ort an den Klärwerken ohne LKW Transporte und ohne Warten auf das
Knowhow einer späteren Phosphatrückgewinnung – das muss das Ziel sein. Alles das
funktioniert durch die Pyrolyse.

Mit unserer Veranstaltung haben wir das Signal ausgesandt, dass wir bei diesem Thema
nicht lockerlassen werden. Die Grünen werden gemeinsam mit dem Umweltschutzverein
Isernhagen daran arbeiten, dass eine Verbrennung ausgeschlossen wird.

Der Erfolg (über 200 Anmeldungen und 150 Teilnehmende) unserer Veranstaltung gibt uns
Recht. Wir haben erreicht, dass es zig Menschen gibt, die jetzt auf diesen Zug aufspringen
werden und sich vernetzen. Bundesweit und über die Grenzen hinaus bis Österreich. Es sind
etliche Alternativen bereits in Planung und sollen umgesetzt werden, wie beim
Zweckverband Frohnbach/ Sachsen oder auch im Rheinland und Bayern.

Bündnis 90/Die Grünen

OV Isernhagen

Antje Schenke