Ein Parkhaus am Stadtbahnendpunkt in Altwarmbüchen?: Wir sind da eher skeptisch!

  • Veröffentlicht am: 21. Februar 2020 - 18:02
"Zweckbau" (C) Pixabay

 

Aus der Zeitung war zu erfahren, dass die Region die P+R-Kapazitäten im Umland der Stadt Hannover und auch am Stadtbahnendpunkt in Altwarmbüchen durch Parkhäuser ausbauen will, um die Stadt zu entlasten. Wir Grünen haben das im Ortsrat Altwarmbüchen anlässlich eines Antrags zu mehr Parkraum kritisiert, was uns prompt vorgehalten wurde. Grüne gegen ÖPNV und P+R? Keineswegs.

Als Grüne Isernhagen erkennen wir an, dass die Stadt Hannover vom motorisierten Individualverkehr entlastet werden muss und dies nur durch den Umstieg auf den ÖPNV und die stärkere Nutzung des Fahrrads – auch in den Umlandkommunen - gelingen kann.

Ziel muss es aber sein, gar nicht erst ins Auto steigen zu müssen, um zur Stadtbahn zu gelangen, sondern fußläufig eine gute Busverbindung für den Anschluss an die Bahn vorzufinden – und das auch an den Tagesrandzeiten und am Wochenende. Das hat die Region in der Hand.

Wenn nun mehr Parkkapazitäten für Autos mehr Menschen zum Umstieg in die Bahn motivieren, ist das für die Stadt gut. Es ist aber für Isernhagen und Altwarmbüchen ein Problem, wenn dies mit einer ÖPNV-Angebotsverschlechterung einhergeht wie sie Neuwarmbüchen und Lohne jüngst hinnehmen mussten. Und weil der Sprinter-Bus aus Richtung Burgdorf aufgrund der Linienführung eher einer Schnecke gleicht, ist zu befürchten, dass aus Richtung Kirchhorst mehr Menschen mit dem Auto zum Stadtbahnendpunkt fahren. Der kürzeste Weg dorthin führt durch die Isernhagener Str. Diese ist als Schulweg morgens und bei Schulschluss an der Kapazitätsgrenze und nicht ohne Grund eine Tempo-30-Zone. Weitere Verkehrsströme hierhin zu ziehen, verbietet sich, zumal durch die Kitas der AWO und St. Margarete zusätzlich auch zahlreiche Kleinkinder in dem Bereich unterwegs sind.

Grundsätzlich zieht ein Ausbau von Infrastruktur für Autos mehr Autoverkehr nach sich. Sollte die Region auf dem Bau eines P+R-Parkhauses beharren, muss dieses entsprechende Fahrrad-Kapazitäten umfassen, idealerweise in Form abschließbarer Boxen. Ohnehin wurde deren Einrichtung bereits vor Jahren von der Gemeinde Isernhagen gefordert. Als Standort für das Parkhaus sollten zudem weitere Optionen wie  die Hannoversche Str. im Bereich der Haltestellen Opelstr. oder Oldenburger Allee geprüft werden, um die Isernhagener Str. nicht zusätzlich zu  belasten. Hier könnte die Stadt Hannover sich quasi selbst helfen, indem sie Flächen bereitstellt. Und: die Fahrkarten sind ab der Haltestelle Opelstr. auch günstiger.