Radfahren in Isernhagen? Aber SICHER!

Auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Kommune!

Für uns gehört – wie für viele Menschen in Isernhagen, - das Fahrrad zum Alltag. Es macht den Weg zur Schule, zum Bäcker, zur Ärztin, zum Sportverein, mitunter auch zum Arbeitsplatz einfacher und schneller. Wie schön wäre es, wenn es ihn auch vergnüglicher und sicherer machen würde.

Das Vorwort der Gemeinde zum Radverkehrskonzept besagt, dass mehr Radfahrende in Isernhagen „ein deutliches Potenzial zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes“ bedeuten. Weiter formuliert der Bürgermeister: „Deshalb ist Klimaschutz eine der größten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“. Da hat er Recht. Aber um auf diese Worte Taten folgen zu lassen, d.h. um mehr Menschen zum Radfahren zu bewegen, muss Radfahren in Isernhagen attraktiver und sicherer gestaltet werden.

Der Antrag der Grünen, die Machbarkeit eines Radweges von Kirchhorst nach Altwarmbüchen unter der Wietze hindurch zu prüfen, sollte vor allem Kindern einen sicheren Schulweg ermöglichen. Er wurde im Keim erstickt, indem er wider die Gepflogenheit, Einbringungsanträge in die Fachausschüsse weiterzuleiten und dort inhaltlich zu diskutieren, schon im Rat abgelehnt wurde. Begründung: zu teuer (nein, denn bis zu 75% der Kosten des Weges wären gefördert worden) und man solle lieber zuerst bestehende Wege verbessern.

Abgesehen von der Tatsache, dass es noch nie geschadet hat, auf mehreren Wegen gleichzeitig für die gute Sache zu kämpfen, fällt es schwer, auf die Verbesserung bestehender Wege in Isernhagen zu vertrauen. Denn selbst bei Neuplanungen wird hierzulande der Radverkehr gern komplett vergessen, wie folgende Beispiele zeigen:

 Planung des neuen Zentrums in Altwarmbüchen: Ein Beschluss des Rates, die Durchfahrt auf der Bothfelder Straße für den Individualverkehr zu sperren, wurde nach gut einem Jahr vom Rat wieder rückgängig gemacht. Für die Sperrung hätte kein einziger Parkplatz geopfert werden müssen.

 Auf der Bothfelder Straße und auf dem Farrelweg wurden kürzlich Parkverbotsschilder versetzt bzw. abgebaut. Wer jetzt mit dem Fahrrad unterwegs ist, ist durch geparkte Autos gezwungen, auf der Fahrbahnmitte zu fahren. Wahrlich kein ungefährliches Vergnügen, schon gar nicht bei Gegenverkehr.

 Die Planung für den neuen Parkplatz vor der Kita Birkenwäldchen hat den Vogel abgeschossen. Bei dem Versuch, so viele Parkplätze wie möglich zu schaffen, hatte man eins vergessen: die Kinder. Und zwar alle: Die, die vom elterlichen Auto zur Kita laufen, die, die zu Fuß kommen und die, die mit dem Fahrrad, Laufrad etc. fahren. Für die gab es nämlich überhaupt keinen Platz.

Nun gut, wir wollen positiv denken – und erinnern daher an dieser Stelle gern an folgende Punkte, die schon im August 2015 von uns Grünen im Blick (17-15) als verbesserungswürdig aufgelistet wurden. Durch ihre bisher fehlende Umsetzung sindsie auch nach fast 6 Jahren noch relevant sind und haben daher das Potenzial, Isernhagen ein wenig freundlicher und sicherer für Radfahrende zu machen:

 Nutzer*innenfreundlicher Ausbau der Radwege in K.B. und F.B. sowie am Alten Postweg

 Diebstahlsichere Fahrradkäfige an zentralen Verkehrsknotenpunkten

 Verbesserung von Verkehrsführung und baulicher Substanz in Neuwarmbüchen und Lohne.

Die Liste ist lang, dies ist nur der Anfang. Lasst uns Isernhagen endlich zur fahrradfreundlichen Kommune machen. Lasst uns sichere Geh- und Radwege schaffen. Damit Eltern ihre Kinder guten Gewissens mit dem Fahrrad zur Schule fahren lassen können; damit auch Senior*innen sicher unterwegs sind; damit Einkäufe mit dem Fahrrad erledigt werden können. Wir Grüne in Isernhagen machen uns auch in Zukunft für sichere und attraktive Radwege stark. Hier sind Ideenreichtum und Flexibilität genauso gefragt wie das Ausschöpfen von Fördermitteldes Bundes und Landes.

Hans-Jürgen Beck, Ratsherr und Mitglied Bündnis 90/Die Grünen, OV Isernhagen

Dr. Gretha Burchard, Vorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, OV Isernhagen und Bürgermeisterkandidatin