Energiewende konkret – und Demokratie im Gespräch

Mehr als 70 Menschen nutzten im Februar 2026 die Gelegenheit, in der Buhrschen Stiftung miteinander ins Gespräch zu kommen – über die Energiewende, über konkrete politische Lösungen und darüber, wie Demokratie vor Ort gelebt wird. Der Neujahrsempfang der Grünen Isernhagen war bewusst als offenes Treffen angelegt: ohne große Bühne, dafür mit vielen Gesprächen zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Mitgliedern, Kommunalpolitikerinnen und -politikern sowie Gästen aus Landes-, Bundes- und Europaebene.

Neben vielen Grünen aus Isernhagen und der Region waren auch zahlreiche Interessierte gekommen, die sich informieren und austauschen wollten. Gleichzeitig waren Ratsmitglieder, Ortsratsmitglieder und Vorstände fast aller demokratischen Parteien vertreten – ein Bild, das den Wunsch nach Austausch über Parteigrenzen hinweg deutlich macht, so die Co-Vorsitzende der Grünen Isernhagen, Dr. Annette Heuer. Wir werden im Wahlkampf unterschiedliche Positionen vertreten – aber wir sollten gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Demokratie stark bleibt. Das ist mein Neujahrswunsch für das Kommunalwahljahr 2026, formulierte sie in ihrer Ansprache.

Wissenschaftlicher Blick auf erneuerbare Energien

Im Mittelpunkt stand der Beitrag des Energie- und Transformationsforschers Dr. Jens Clausen. Er ordnete die Energiewende sachlich und wissenschaftlich ein und machte deutlich, wie weit die Umsetzung bereits fortgeschritten ist.

Seine zentrale Botschaft: Die Energiewende basiert heute auf erprobten und verfügbaren Technologien. Photovoltaik, Windenergie, elektrische Mobilität, Speicherlösungen und Wärmepumpen sind längst im Einsatz und wirtschaftlich konkurrenzfähig.  

Clausen betonte, dass erneuerbare Energien in vielen Bereichen bereits günstiger sind oder es in naher Zukunft sein werden. Die Energiewende sei damit nicht nur eine klimapolitische Notwendigkeit, sondern auch ein wirtschaftlicher Vorteil – für Unternehmen, Beschäftigung und regionale Wertschöpfung.  

Entscheidend sei heute nicht mehr die technische Machbarkeit, sondern die Geschwindigkeit der Umsetzung.

Grüne Politik wirkt – im Land und in der Region

Die politischen Perspektiven zeigten, wie konkret diese Entwicklung bereits gestaltet wird. Die Europaabgeordnete Katrin Langensiepen betonte, dass Klimapolitik immer auch soziale Sicherheit schaffen müsse.

Die Landtagsabgeordnete Djenabou Diallo Hartmann stellte mit dem von der Grünen Landtagsfraktion initiierten Programm „KiSs – Klimaschutz in der Sozialwirtschaft stärken“ ein Beispiel grüner Landespolitik vor. Kitas, Pflegeheime und soziale Einrichtungen werden dabei unterstützt, Energie effizienter zu nutzen, erneuerbare Energien einzusetzen und ihre Gebäude klimafreundlich umzubauen – ein Ansatz, der Klimaschutz und finanzielle Entlastung verbindet.

Auch die Region Hannover setzt auf konkrete Umsetzung. Umweltdezernent und Erster Regionsrat Jens Palandt erläuterte eine aktuelle Studie, nach der die Energiewende Milliardeninvestitionen, neue Arbeitsplätze und zusätzliche Einnahmen für Kommunen bringt. Klimaschutz sei damit nicht nur ökologisch notwendig, sondern eine echte wirtschaftliche Chance für die Region – und damit auch für Isernhagen.

Demokratie beginnt vor Ort

Der Neujahrsempfang zeigte damit, dass große Zukunftsfragen vor Ort greifbar werden – und dass Demokratie dort beginnt, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, so Dr. Annette Heuer.